Erwerb des Realschulabschlusses an der Regelschule
Auszüge aus der Thüringer Schulordnung (zuletzt geändert am 20. 07. 2011)
 
§ 51 Versetzung in der Regelschule und im Gymnasium
 
(1) Ein Schüler wird versetzt, wenn er
  1. in allen Fächern mindestens die Note ausreichend erhalten hat oder
  2. in höchstens einem Fach die Note "mangelhaft" und im übrigen keine schlechtere  Note als "ausreichend" erhalten hat oder
  3. in höchstens einem Fach die Note "ungenügend" erhalten hat, diese aber nach Absatz 2 ausgleichen kann und im übrigen keine schlechtere Note als "ausreichend" erhalten hat oder
  4. in höchstens zwei Fächern die Note "mangelhaft" erhalten hat, diese beiden Noten aber nach Absatz 2 ausgleichen kann und im übrigen keine schlechtere Note als "ausreichend" erhalten hat.
Ein Ausgleich ist gegeben
  1. für je eine Note "mangelhaft" durch zwei Noten "befriedigend" oder durch eine Note "gut" oder "sehr gut",
  2. für eine Note "ungenügend" durch zwei Noten "gut" oder durch eine Note „sehr gut".
 
Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache sowie im Gymnasium  in der zweiten Fremdsprache können nur durch Noten in diesen Fächern oder im Wahlpflichtfach der Regelschule ausgeglichen werden.
 
§ 67 Realschulabschluss
 
(1) Ein Schüler erwirbt den Realschulabschluss, wenn er am Ende der Klassenstufe 10 erfolgreich an einer Abschlussprüfung nach den Absätzen 2 bis 6 teilgenommen hat und den Versetzungsbestimmungen genügt.
 
(2) Die Abschlussprüfung zum Erwerb des Realschulabschlusses gliedert sich in
  1. einen schriftlichen Teil in den Fächern Deutsch und Mathematik sowie erste Fremdsprache mit einem Anteil Hörverstehen und
  2. einen mündlichen Teil
            a)    als Pflichtprüfung in einem Fach (außer Astronomie und den Fächern nach Nummer 1) nach Wahl des Schülers,
            b)    als freiwillige Prüfung in weiteren Fächern nach Wahl des Schülers.
   
Die Fächer der freiwilligen Prüfung sind bis zwei Unterrichtstage nach Bekanntgabe der Jahresfortgangsnoten, bei einer  freiwilligen Prüfung in den Fächern nach Nummer 1 bis zwei Unterrichtstage nach Bekanntgabe der Noten der schriftlichen Prüfung der Schulleiterin zu benennen.
 
(3) Die Abschlussprüfung wird im zweiten Schulhalbjahr der Klassenstufe 10 abgehalten. Für ihr Bestehen gilt § 51 Abs. 1 und 2 Satz 1. Findet in den Fächern der schriftlichen Prüfung eine freiwillige mündliche Prüfung statt, geht das Ergebnis der schriftlichen Prüfung zu zwei Dritteln und das Ergebnis der freiwilligen mündlichen Prüfung zu einem Drittel in die Note der Prüfung für das jeweilige Fach ein.
 
4) Bei der Bildung der Note für das Schuljahr wird in den Fächern der Abschlussprüfung das Ergebnis der gesamten im laufenden Schuljahr erbrachten Leistungen (Jahresfortgangsnote) und das Ergebnis der Prüfung gleich gewichtet; ergibt sich hierbei ein Bruchwert, gibt im Allgemeinen die Note der Prüfung den Ausschlag. Im Einzelfall gibt die Jahresfortgangsnote den Ausschlag, wenn sie nach dem Urteil des Fachlehrers der Gesamtleistung des Schülers in dem betreffenden Fach eher entspricht als die Prüfungsnote. In Nichtprüfungsfächern gelten die Jahresfortgangsnoten als Noten für das Abschlusszeugnis. Für die Erfüllung der Versetzungskriterien nach § 51 Abs. 1 und 2 gilt die Note der Projektarbeit nach § 47a als Note in einem Fach.  
(5) Die schriftlichen Aufgaben für die Fächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache werden im Rahmen der Lehrpläne der Klassenstufe 10 der Regelschule von dem für das Schulwesen zuständigen Ministerium; die Aufgaben des mündlichen Teils der Abschlussprüfung von der Schule gestellt.
(6) Die Bearbeitungszeit der schriftlichen Prüfung beträgt im Fach Deutsch 210 Minuten, im Fach Mathematik 180 Minuten und in der ersten Fremdsprache
150 Minuten. Die Dauer der mündlichen Prüfungen nach Absatz 2 Nr. 2 beträgt in der Regel 15 Minuten.
(7) Bei Wahl des Fachs Sport findet eine zusätzliche praktische Prüfung statt. Die Ergebnisse aus der mündlichen und der praktischen Prüfung werden bei der Ermittlung der Prüfungsnote gleich gewichtet. Ergibt sich hierbei ein Bruchwert, gibt die Note der praktischen Prüfung den Ausschlag.

weitere inhaltliche Besonderheiten
Bei Nichterreichen des Realschulabschlusses ist eine Wiederholung der Klasse 10 möglich.
Ein Schüler muss in der Regel die Schulart oder den Bildungsgang verlassen, wenn er die Abschlussprüfung zweimal nicht bestanden hat.
 

Granzow/ 12.05.15